Malerei und Zeichnung – J. Pollak

„Ich halte mich für einen brauchbaren und ehrlichen Maler“
Josef Pollak (1912-1997) 

30. Oktober bis 18. Dezember 2016.

Sein Leben lang nahm der Delmenhorster Künstlers Josef Pollak (1912-1997) bescheidene Umstände in Kauf, um seine Unabhängigkeit zu bewahren und sich ganz dem Zeichnen und Malen widmen zu können. Lange wohnte er als Einzelgänger in einer beengten Dachkammer in Delmenhorst, dessen Wochenmarkt, Straßenszenen, reizvolle Ecken und Gärten er in unzähligen Bildern festhielt. Noch bis ins hohe Alter hielt er mit Disziplin an seinem Selbststudium und täglichem Pensum fest: Ein Tag ohne eine Zeichnung war für ihn ein verlorener Tag.

Pollaks Talent wurde früh erkannt, doch erst spät löste er sich von den Wünschen seiner Familie, die ihn als zukünftigen Gewerbelehrer sehen wollte und in ein Internat nach Vechta gab, wo er das Abitur machte. Anschließend absolvierte er eine Malerausbildung, ging aber 1937 nach Münster, um dort Zeichenunterricht zu nehmen. Erste Erfolge stellten sich ein, und er konnte Arbeiten in Ausstellungen zeigen. Aus finanziellen Gründen kehrte Pollak 1938 in das Haus seiner Mutter nach Delmenhorst zurück. 1940 wurde er dann zum Kriegsdienst einberufen.

pollak-stiftungIn der Nachkriegszeit sicherte ihm seine große Könnerschaft in der Porträtmalerei das Überleben. Auch Verkäufe von Landschafts- und Blumenbildern gaben ihm ein bescheidenes Einkommen.

Ausstellungen in Delmenhorst, Wilhelmshaven und Oldenburg würdigten zuletzt sein Werk. Noch zu Lebzeiten des Künstlers wurde 1990 die private Josef-Pollak-Stiftung gegründet, die seitdem die Sammlung aus 16.000 Studien, 1000 Ölbildern und 900 Aquarellen pflegt und in Ausstellungen und Publikationen sichtbar macht.
Aus dieser Sammlung werden im Palais Rastede schwerpunktmäßig Arbeiten gezeigt, deren Ausgangspunkt die norddeutsche Landschaft und die Küstenregion waren. Seine Landschaftsdarstellungen und -impressionen sind voller Poesie und gründen in einer romantischen Naturauffassung. Auch bei seinen prächtigen Blumenstillleben blieb Josef Pollak immer dem Gegenständlichen verhaftet. Das intensive Erleben der Landschaft und der Natur im Jahreszeitenwechsel spiegelt sich in seinen lichtdurchfluteten und farbenprächtigen Arbeiten in Öl- und Aquarellmalerei sowie der Darstellung bizarrer, knorriger Bäume mit Tusche auf Papier wieder.

Öffentliche Führungen mit Rose-Marie Scheper

Sonntag, 20. November 2016, 11.15 Uhr
Sonntag, 4. Dezember 2016, 11.15 Uhr
Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt

Diese Ausstellung wird gefördert durch die Gemeinde Rastede und den Landkreis Ammerland.

rastede ammerland