Rastede – eine Sommerresidenz

Sommerresidenz Rastede

Rastede war die Sommerresidenz der Oldenburger (Groß-) Herzöge. Rückgezogen vom Hofleben in Oldenburg prägten Spaziergänge, Kutschfahrten, Feierlichkeiten und Besuche von Verwandten den Sommeraufenthalt auf dem Lande.

Das Schloss Rastede, der Schlosspark und das gegenüberliegende „Erbprinzenpalais“ mit seinem Palaisgarten sind von Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755-1829) und seinen Nachfolgern mit großer Liebe und Sachverstand geprägt und weiterentwickelt worden. Die Ausstellung zeigt Pläne und Ansichten dieser Anlagen, die Entwicklung und Gestaltungsprinzipien verdeutlichen.

Mit der Wahl Rastedes erinnert Peter Friedrich Ludwig, der zweite regierende Oldenburger Herzog, bewusst an die Geschichte seiner Stammväter, der Oldenburger Grafen. Graf Huno und sein Sohn Friedrich hätten, so erzählt es die Sage vom Löwenkampf, das Rasteder Kloster gestiftet und reich beschenkt. Im Mittelpunkt der Klostergeschichte steht die Oldenburger Bilderhandschrift des „Sachsenspiegels“: Was steht in diesem Rechtsbuch und wie wurde im Mittelalter ein Buch hergestellt? In einer Schreibwerkstatt können Besucher das Schreiben mit Feder und Tinte anhand von mittelalterlichen Schriftvorlagen ausprobieren.

Nach Auflösung des Klosters errichtete der wohl bedeutenste Oldenburger Graf Anton Günther (1583-1667) an gleicher Stelle ein Lusthaus mit Garten, Reithalle und Marstall. In seinem geliebten Sommer- und Jagdsitz ist er 1667 gestorben. Mehr und mehr dem Verfall preisgegeben, erwarb es schließlich Justizrat von Römer, der ein ansehnliches Landschloss mit barockem Garten anlegen ließ, das Friedrich Ludwig 1777 / 78 erwarb.

Rastede wurde ein beliebtes Ziel von Tagesausflüglern und geschätzter Wohnort. Davon profitierten Ausflugslokale mit ihren Kaffeegärten und Geschäftsinhaber – vor allem nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Oldenburg-Wilhelmshaven 1867. Werbebroschüren, Postkarten und zeitgenössische Berichte veranschaulichen diese Entwicklung. Auch viel Künstler fanden in Rastede und seiner Umgebung reizvolle Motive.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Oldenburgische Landschaft, die Gemeinde Rastede und den Landkreis Ammerland.