„vom Holz“ – Ulrike Gölner, Klaus Hack, Reinhard Osiander, Ilka Rautenstrauch und Lothar Seruset

Abbildung: Reinhard Osiander – Cowboy, Kasperl, Krokodil – 2014 – Esche, bemalt – 180 x 150 x 140 cm (mehrteilig)

11. März bis 21. Mai 2018

Ulrike Gölner, Klaus Hack, Reinhard Osiander, Ilka Rautenstrauch und Lothar Seruset

Zu Gast im Palais Rastede sind fünf zeitgenössische Holzbildhauer, die ihren Schwerpunkt in figürlichen, meist großformatigen Arbeiten gefunden haben.

Das gleiche Material wird von ihnen ganz unterschiedlich bearbeitet – mit der Motorsäge grob gehauen oder fein geschliffen, aus einem Stück gefertigt oder aus verschiedenen Hölzern zusammengesetzt. Organische und architektonische Bezüge werden sichtbar, jedoch steht in den meisten Arbeiten der Mensch mit seinen Empfindungen und Erinnerungen, seinem Umgang mit der Umwelt, seinem Streben und Scheitern im Mittelpunkt.

geöffnet: mittwochs bis freitags sonntags 11 bis 17 Uhr

Öffnungszeiten zu den Feiertagen:
Karfreitag geschlossen
Ostersonntag und -montag 11-17 Uhr
1. Mai und Christi Himmelfahrt geschlossen
Pfingstsonntag und -montag 11-17 Uhr

Ulrike Gölner
Nach ihrem Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Künste führten sie Stipendien und Arbeitsaufenthalte in die Niederlande, nach Großbritannien und Frankreich. 2001 erhielt sie einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste in Bremen. Sie war an verschiedenen Bildhauersymposien im In- und Ausland beteiligt, u.a. 2015 an der 2. Skulpturale in Oldenburg. Ihre Arbeiten zeigte sie in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, mehrfach auf der „Art Karlsruhe“ und im öffentlichen Raum. 2016 erhielt sie den 1. Preis der Jury im Skulpturenpark Walldorf bei Frankfurt. Ulrike Gölner lebt in Martfeld bei Bremen.
Die in der Ausstellung gezeigten „Figuren“ stellen eine Formengruppe unter den sonst abstrakten Arbeiten der Künstlerin dar. Die „Figuren“ streben elegant und zerbrechlich in die Höhe. Der dünne Hals endet in kegelartigen Formen, die uns an Blütenkapseln mit ihrem verborgenen Inhalt erinnern. Die Natur und organische Formen bilden das Vorbild für ihre Figuren, die aber durch ihre stilisierte Form und geschliffene Glätte unseren Blick und die Auseinandersetzung herausfordern.
Abbildung: Ulrike Gölner – Figuren I – IV – Eiche, lasiert – Höhen 235-310 cm – Vorne Bronze nach Holzskulptur – Jahr: 2006 – H. 200 cm – 2005 – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
www.ulrikegoelner.de

Klaus Hack
Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und anschließend an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er als Meisterschüler abschloss. Für sein Werk erhielt Klaus Hack namhafte Stipendien und Preise, z.B. den Kunstpreis des Landes Brandenburg. An der Kunsthochschule Berlin-Weißensee besaß er 2004/05 einen Lehrauftrag. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland vertreten und befinden sich in öffentlichen Sammlungen. Klaus Hack lebt und arbeitet in Seefeld/Brandenburg.
Seine weiß gefärbten Arbeiten wirken archaisch, die Körper sind voluminös, die Köpfe oft gesichtslos. Die Figuren sind architektonisch aufgebaut, Gliedmaßen auf geometrische Formen reduziert, grotesk verlängert oder deformiert. Neben unausgearbeitete Partien stellt er filigrane Bereiche, die Ein- und Durchblicke erlauben. In der Architektur seiner Arbeiten sind die Themen des menschlichen Strebens und des Scheiterns angelegt.
Abbildung: Klaus Hack – Polis – 2016 – Eiche, weiß gefasst – 124,5 x 127 x 55 cm – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
www.klaushack.de

Reinhard Osiander
Nach einer Ausbildung zum Holzbildhauer studierte er an der Hochschule für Künste in Bremen und war Meisterschüler bei Prof. Altenstein. Anschließend übernahm er 2004 einen Lehrauftrag an der Hochschule für Künste in Bremen.
Sein Werk wurde mit Preisen, u.a. dem Deutschen Holzkunstpreis, ausgezeichnet. Gezeigt wurden seine Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen und befinden sich in öffentlichen Sammlungen. Reinhard Osiander lebt in Bremen.
Reinhard Osiander schafft lebensgroße Gestalten, die er oft zu Gruppen wie auf einer Bühne ordnet. Erinnerungen an die Kindheit werden wach: ein Kaspar, ein Krokodil und ein Cowboy, eine Familie mit Hund und Tiere aus der ländlichen Idylle. Doch diese Idylle wird gebrochen: das Holz ist teils kantig bearbeitet, die Figuren zeigen sich auffallend distanziert und steif. Die Arbeiten entstehen durch Wegnehmen wie Anlegen von Material. Aus bemalten, unterschiedlichen Hölzern, Ästen und Holzstücken konstruiert er Figuren und Wandreliefs.
Abbildung: Osiander – Cowboy 2014 – Linde – bemalt – 233 x 95 x 53 cm
www.reinhardosiander.de

Ilka Rautenstrauch
Nach dem Studium der Innenarchitektur an der Fachhochschule in Hannover absolvierte Ilka Rautenstrauch an der Fachhochschule Ottersberg ein Studium der Kunstpädagogik. Sie war an mehreren Bildhauersymposien beteiligt, u.a. 2015 an der 2. Skulpturale in Oldenburg. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen ausgestellt.
Ilka Rautenstrauch arbeitet in ihrem Atelier im Künstlerhaus Güterabfertigung in Bremen.
Ihre Figuren sind vor allem Akte und Halbakte. Während an Sockeln und Unterkörpern noch Spuren der Kettensäge sichtbar bleiben, stellen sich die zierlichen Oberkörper mit ihrer hautähnlichen Oberfläche sehr fein geschliffen, weich und geschmeidig dar. Der Kontrast in der Bearbeitung findet seine Fortsetzung in den Figuren selbst, die keine eindeutige Identität besitzen. Sie wechseln unaufgeregt und wie selbstverständlich zwischen den Geschlechtern und zwischen Mensch und Tier.
Abbildung: Rautenstrauch – Männertorso – 2014 – 68cm – Pappel, Acryl, Pigment – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
www.ilka-rautenstrauch.de

Lothar Seruset
Er studierte an der Hochschule der Künste Berlin, wo er bei Prof. Schmettau und Prof. Strautmannis zum Meisterschüler ernannt wurde. Nach dem Studium erhielt er mehrere Stipendien, u.a. ein Karl-Hofer-Stipendium Berlin. Lothar Seruset nahm an mehreren Bildhauersymposien teil und war mit seinen Arbeiten auf Kunstmessen, in Galerien und Museen beteiligt. Arbeiten von ihm befinden sich im öffentlichen Besitz.
Lothar Seruset lebt in Lentzke bei Fehrbellin/Brandenburg.
Lothar Seruset präsentiert uns gewagte, ja artistische Positionen. Figuren balancieren mit ernster Miene auf Kugeln, stehen auf dem Rücken von Tieren und stemmen dabei die Last von Häusern. Menschen, Tiere, Bäume und Metaphern der menschlichen Zivilisation, wie Flugzeuge, Autos und Hochhäuser, vollführen einen Balanceakt. Das, was das ausgewählte Baumstück für die gewagten Konstruktionen nicht hergibt, fügt der Künstler sichtbar hinzu. Auch in seinen Holzschnitten sind das Balancehalten und das Standortfinden das beherrschende Thema.
Abbildung: Seruset – Königsstand – 2017 – Holz bemalt – 120 x 50 x 45 cm – Fotograf Leo Seidel – © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
www.bbk-brandenburg.de/kuenstler/lothar-seruset

Diese Ausstellung wird gefördert durch die Gemeinde Rastede und den Landkreis Ammerland.

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