„Zeichnungen und Malerei“ – Jochen Kusber und Schawan

Bild: Jochen Kusber, Boote

6. Januar bis 4. März 2018

Zur Eröffnung der Ausstellung „Zeichnungen“ von Jochen Kusber und Schawan am Sonnabend, dem 6. Januar um 16.00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung: Dr. Claudia Thoben, Leiterin des Palais Rastede
Grußwort: Dieter von Essen, Bürgermeister der Gemeinde Rastede
Einführung: Jörg Weden
Musikalische Umrahmung: Michael Bamberger, Klavier

Am 6. Januar feiert der Rasteder Künstler Jochen Kusber seinen 90. Geburtstag!  Aus diesem Anlass richtet der Kunst- und Kulturkreis Rastede ihm, seinem Künstlerkollegen Schawan und seiner Ateliergemeinschaft eine Ausstellung aus, in der Technik und Vielfalt der Zeichnung im Mittelpunkt stehen. Gearbeitet wurde mit Blei- und Farbstift oder Rohrfeder, mit Tusche oder Aquarellfarbe, mit feinem oder dramatischem Strich, monochrom oder farbig.

Das beherrschende Thema bei Jochen Kusber ist die norddeutsche Landschaft: die Küstenlinie mit ihrem Dreiklang Himmel, Wasser und Land und das Ammerland mit seinem alten Baumbestand und den typischen Bauernhäusern. Jochen Kusber beobachtet die Natur, das atmosphärische Spiel des Lichts und des Windes mit der Wasseroberfläche und den Segeln und Takelagen kleiner Boote. Knorrige Kopfweiden und Bäume mit weit gefächertem Astwerk werden zum Ausdrucksträger von Empfindungen und Stimmungen, die er gekonnt mit der Rohrfeder auf zarte und impulsive Weise umsetzt.

Seit vielen Jahren leitet Jochen Kusber eine Ateliergemeinschaft, deren Mitglieder mit ausgewählten Arbeiten in der Ausstellung vertreten sind.

Jochen Kusber
Geboren 1928 in Schlesien
Studium an der Werkkunstschule in Braunschweig
1978 bis 1985 Galerist „Studio-Galerie Rastede“
Gründungsmitglied und erster Vorsitzender des Kunst- und Kulturkreises Rastede 1980 – 1983
Zahlreiche Ausstellungen und Projektbeteiligungen mit Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen
2010 Aufstellung des Mahnmals „displaced persons“ am ehemaligen Zwangsarbeiter- und Vertriebenenlager Hahn; einer Figurengruppe aus Mooreiche, die das Schicksal und die Verzweiflung heimatlos gewordener Menschen zum Ausdruck bringt.

Schawan lebt seit 1994 in Deutschland. Das Zeichnen war für ihn schon als Kind ein Mittel, sich geborgen und frei zu fühlen. Nach seiner Flucht aus dem Irak konnte er durch diese Begabung seine Erfahrungen als kurdischer Flüchtling, die Sehnsucht nach seiner Heimat und Familie und das Gefühl der Einsamkeit und Unsicherheit vor einer möglichen Abschiebung dokumentieren.

In der Ausstellung werden vorwiegend neue Arbeiten gezeigt, die in Auseinandersetzung mit der europäischen Kunst entstanden sind. Seine einfühlsamen Zeichnungen thematisieren Gefühle der Einsamkeit und des Älterwerdens, aber auch der Zuwendung und Geborgenheit. Der Strich beschränkt sich auf Umrisslinien und wird nur partienweise verdichtet und farblich akzentuiert. In leuchtenden Farben beschreibt Schawan das Ammerland, in dem er nun angekommen ist.

Bild: Schawan, Kinderwunsch


Schawan
Nzar Kamal Hamed, genannt Schawan, wurde 1968 in Karbala/Irak geboren
Besuch der Kunsthochschule in Sulaymani
1994 Flucht nach Deutschland, Besuch der Berufsakademie in Reichenbach und Umschulung zum Metallbauer, seit 2009 in der Lebensmittelbranche selbstständig
Seit 1995 Ausstellungen, seit 2013 Mitglied in der Ateliergemeinschaft Jochen Kusber

Diese Ausstellung wird gefördert durch die Gemeinde Rastede und den Landkreis Ammerland.

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